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                                       Jetzt ist die Zeit.
                                                
Zeit, sich auf den Weg zu machen.
                              Zeit, die Aussicht zu wechseln.
                   Zeit, einen neuen Ort zu entdecken.
       Zeit, den Alltag einfach hinter sich zu lassen.

"Jakobsweg"
" Camino de Santiago" / "Camino de France"
"Himmelspfad" / "Sternenweg"
"Weg der Könige"

Von Frankreich            
 
  über die Pyrenäen 

und durch
Nord-Spanien  

Jeder hat seinen ganz persönlichen Grund diesen Weg zu gehen,
manchem offenbart er sich erst auf dem Weg.

Von "Saint-Jean-Pied-de-Port" nach "Santiago de Compostela"
weiter bis ans so genannte "Ende der Welt" bis ans "Kap Finisterre".
900 km. auf "Schusters Rappen" mit 13 kg. Rucksack  Zeit: 31 Geh-Tage
Von Frankreich, über die Pyrenäen und durch Spanien zur "Jakobus Kathedrale" weiter ans "Kap Finisterre"


Getroffen in
"Santiago de Compostela"

"Jakobsweg"
Weg der Stille - der Begegnung - der Erneuerung.
Sich auf den Weg machen,
heraus aus der Sicherheit der Gewohnheiten ins Unbekannte
sich auf das Wesentliche beschränken.
Langsamkeit, Stille, Abgeschiedenheit, Einsamkeit, innere Sammlung.
Begegnung - Geschwisterlichkeit - Gastfreundschaft
neue Erfahrungen, neue Einsichten
.
von Bernhard Weber
www.jakobusweg-norddeutschland.de/de/Gedanken.html


 Mein Weg-Partner Manfred

 

Zusammenfassung - Erlebnisbericht

Die Endscheidung den "Jakobsweg" zu gehen,
trafen wir im April 2007.
Wir, das sind "Manfred Dornia" und meine Person.
Planung und Vorbereitung haben wir gemeinsam gemacht.
Auf einer Proberour haben wir auch das Wein trinken geübt.

Es ist der 13. Mai 2007
Also Rucksack packen und wiegen : 15 Kg.  --  Es ist zuviel, also neu sortieren.
Nun sind es 13 Kg.,  und so soll es bleiben.
Das wird sich noch als Irrtum erweisen -11Kg. für Männer +10 Kg. für Frauen,
mehr sollten es nicht sein.

Montag                   Anreisetag         15.05.2007
Unser Sportsfreund Gerd Dorow bringt Manfred und mich um 3:30 nach "Hannover".
Mit "Airberlin" fliegen wir um 6:30,für je 90 € nach "London-Stansted".
Leider haben wir hier 4 Std. Wartezeit.
Um 12:15 soll, aber erst um 12:45 startet "Ryanair" für 50 € nach "Biarritz".
Um 16:00 per Flughafen-Bus ( 1,25 € ) zum Bahnhof "Bajonne".
Der Bus ist bis auf den letzten Platz mit Jakobsweg-Wanderern besetzt.
Per
Bahn-Bus um 18:13 ( 8 € ) nach "Saint Jean Pied de Port". Ankunft um 19:35
Erste Übernachtung in der, vorgebuchten, Herberge "L'Esprit du Chemin".
Wir werden freundlichst schon auf der Altstadt-Gasse, gegenüber der Stempelstelle, begrüßt.
Übernachtung, Abendessen, Frühstück und Lunchpaket, alles für 23 €
Die herzliche Begrüßung und Verabschiedung, mit Wünschen für den Weg, waren dieses Geld schon wert.

1. Tag    15.05.07
Nach einem guten Frühstück, erhaltenem Lunchpaket und herzlicher Verabschiedung geht es um 7:30 los.
Wir haben zeitweise leichten Regen und Nebelschwaden, doch ist die Sicht ganz gut.
Der lange und harte Pyrenäen-Anstieg, über den "Ciba-Pass"1430m ist doch ein hartes Stück Arbeit. 
Doch richtig anstrengend und auf die Gelenke gehend ist der 33%. Abstieg nach "Roncesvalles".
Südlich der Pyrenäen scheint die Sonne als wir nach 6,5 Geh-Std. und 26 Km. unser Etappenziel erreichen.
Viele, schon bekannte Mitwanderer, sehen wir wieder. Manolita+Kjell aus Spanien/Norwegen sind auch da.
 
 

2. Tag   16.05.07
Um 6:30 erheben wir uns aus den weichen Betten und teilen uns die Reste vom großen, gestrigen Lunchpaket.
Der Tag ist trüb und neblig und er bleibt nass von oben und unten bis wir um 16:30 nach 9 Std-Gehzeit und 
27
Km. den Ort "Larrasoana" erreichen. Wir nehmen Quartier in der Pension "El Pelegrino".
Ich muss mir die ersten Blasen an beiden kleinen Zehen mit Compeed-Pflaster verarzten.
 

3. Tag   17.05.07
Es ist bedecktes Wetter doch angenehme 19° C. Eine offene "Bar" für das Frühstück und einem
"Cafe con Leche" ( Kaffee mit Milch ) finden wir erst um 11:00 in "Trinidad de Arre".
Bis jetzt ist der Weg sehr gut markiert mit vieler Art Wegweisern. Verlaufen fast unmöglich.
In "Pamplona" , um 13:00, sehen wir uns die Kathedrale von außen an, leider wieder eine Kirche die
geschlossen ist. Das schöne Rathaus wird fotografiert, ein Bummel durch die Markthallen und die Altstadt
gemacht sowie einen schönen Stempel bei der Jakobus-Universität geholt.
Nach aussagen anderer Pilger sollen die Herbergen in Pamplona sehr voll sein,
wir gehen darum weiter bis nach "Cizur Menor".
Um 15:30 machen wir Quartier in der parkartigen "Alberge" von "Dona Maribel Roncal", für 7 €/Nacht.
Hier gibt es am Abend eine Medizinerin die Blasen behandelt, kostenlos. 
Es waren heute nur 19 Km.  8 Std. Zeit waren nötig, immerhin mit Pamplona besichtigen.
Uns bekannte Wanderer sind hier, Manolita+Kjell haben unsere mit Steinen beschwerte Info-Zettel gefunden.
       

4. Tag   18.05.07
Um 7:30 sind wir so ziemlich die Letzten in der Herberge. Die Ersten gehen schon um 6:00 los.
Warum?, um diese Jahreszeit ?, Richtige Gründe hat uns auf der ganzen Strecke keiner sagen können.
Es ist ein sonniger aber windiger Tag. Nach einem steilen Anstieg sind wir auf dem "Pardon Kamm"
Auf dem Grad sind viele zig Windflügel und wunderschöne eiserne Pilgerfiguren.
Der "Pardon-Kamm, bietet uns eine tolle Fernsicht,  ist eine echte Wetterscheide, trotz nur 780 m Höhe.
Beim schwierigen-steilen, auf dicken-runden-losen Steinen, Abstieg ist es warm. Gefühlte Temperatur 33°C
Ab "Muruzbal" machen wir einen Umweg zur Klosteranlage "Eunate". Es ist noch wärmer geworden und 
kein Schatten. Über "Obanos" erreichen wir um 14:30, nach 24 Km. und 6 Std. Geh-Zeit, müde und durstig 
die "Alberge de Pelegrinos". "Puente la Reina" ist berühmt für seine schöne Kirche, der Altstadt und einer wunderschönen alten Römerbrücke.

5. Tag   19.05.07
Laut Wetterbericht soll es heut sehr warm werden. Es kommt wieder anders. Beim Abgang um 7:00 
regnet es in Strömen und wir müssen uns einen langen, steilen und matschigen Hang hinauf quälen,
um auf der anderen Seite, genau so steil, hinab zu rutschen. Alle Wanderer sind verdreckt bis hoch zu den 
Rucksäcken. Später passieren wir, bei Sonnenschein, die Weinkellerei "Irache" mit einen kostenlosen "Wein-Ausschank" für Pilger. Der Rotwein schmeckt lecker. Manfred macht ein Gaudi, er hat sein zusammenschraubares Weinglas dabei. Ab hier geht es schwitzend, bergauf bis nach "Villamayor de 
Monjardin"
. Nach 29 Km. und 8 Geh-Std können wir in der "Auberge" duschen und für eine Spende 
von 5 € Übernachten. So haben wir noch 7,30 € für das Pilgermenü.
 

6. Tag   20.05.07
Es ist doch Sonntag. Warum haben wir dann ein mehrstündiges Gewitter und wolkenbruchartiger Regen bis
Mittag ? Wir waten knöcheltief im Wasser und der braune Matsch spritzt bis zu den Knien. 
Der arme Hotelier im Etappenziel "Viana". Unsere total verschmierten Schuhe haben wir fotografiert.
In "Los Arcos" haben wir mal Glück, die Kirche ist auf. Man muss sie gesehen haben, aber nicht  mögen
müssen. Der Wanderführer schreibt: Ein Stilgemisch mit goldstrotzenden Altären im schwülstigstem 
spanischen Barock und Gotik.
Nach 7 Geh-Std. und 33 Km. nehmen wir in "Viana" das "Hostel Armendariz".
Viele bekannte Wanderer treffen wir hier, auch wieder Manolita und Kjell und Rudi aus Stuttgart.
 
 

7. Tag   21.05.07
Der erste Tag ohne Regen. Am Nachmittag sonnig, so könnte es immer sein.
Nach 23 km und 5,5 Std., fast nur feste Strasse, sind wir um 12:30 in "Navarrete".
Die Auberge macht erst um 13:30 auf. Sie ist großzügig und billig, nur 3 € pro Übernachtung.  Es gibt eine 
große Küche . Etliche Wanderer/Pilger nutzen sie auf "Teufel komm raus"". Es wird gebraten und gekocht.

8. Tag   22.05.07
Um 7:00 ist es kühl, bedeckt, aber um 11:00 wird es knuffig warm. Allzu schwer ist diese heutige Etappe 
nicht. Leider wieder viel feste Strasse, Autobahnlärm, 31 km und 7 Std. Gehzeit.

Wir landen im Ort "Cirinuela", mit Golfplatz und einem alten, kleinen Ortsteil. Dort finden wir, nach suchen, einen Traum von Herberge. Gelandet sind wir bei "Jutta Lupprich", einer Österreicherin. Sie bewirtschaftet eine alte Scheune mit nur einem Raum. In diesem befinden sich: Vier doppelstock Betten, großer Tisch mit zwei Bänken, Küche - es muss mitgearbeitet werden, Waschraum, Dusche, und Toilette. Sehr sauber und unheimlich gemütlich. Jeder bezahlt, was es ihm Wert war, in eine Zigarrenkiste. Für mich war es die schönste, beeindruckernste Herberge des langen Weges nach Finisterre. Zum Abschied erhalten wir Beide, das "gelbe Band der Ausgeglichenheit" an die Rucksäcke geknotet.

9. Tag   23.05.07
Es regnet. Das tut es auch noch als wir um 14:00, nach 6 Std. Gehzeit und 23 km. die von Jutta angerufene und reservierte Herberge in "Villamayor del Rio" erreichen. Wir sind hier 800 m hoch, es ist empfindlich
kalt und es regnet pausenlos. Am Morgen hatten wir eine Stunde in "Santo Domingo de la Calzade" auf die 
Öffnung der Kathedrale gewartet. Die Hühner in der Kirche wollten wir sehen.
Geschmacksache, doch sollte man sich diesen großartigen Bau ansehen.

 

10. Tag   24.05.07
Nun geht es zur Sache, der Jakobsweg wird beschwerlich, es geht in die Berge. Es ist behangen und kühl.
Wir bekommen einen langen, langen Aufstieg. 5 Stunden lang, bevor wir "Montes de Oca"1120 m 
und jetzt 33° C übersteigen. Erst um 15:30 erreichen wir "Ages". Es liegt immerhin noch 970 m hoch. 
Übernachtet wird in der "Herberge San Rafael". Es ist eine neuerbaute, super Herberge.
Natürlich sind wir schon froh, nach 34 km. und 7,5 Std. die Herber zu erreichen, denn 1 Minute nach 
Ankunft rauscht ein Gewitter aus heiterem Sonnenhimmel hernieder.
Zu unserer Freude, Manolita und Kjell und etliche uns Bekannte sind schon hier.

Tiere sind überall und jeden Tag am Weg

11. Tag   25.05.07
Heute bei Sonne, Aufsteigen auf 1080 m. Der Rucksack ist doch erdrückend, jedes zu viele Gramm merkt 
man nun.
Es heißt schwitzen ,schwitzen. Dann noch 15 km Asphalt, Industriegebiete und quer durch die Stadt "Burgos". Es war grauenhaft ermüdend. Nach 5 Std. und 23 km. sind wir in der Altstadt, in Kathedralen nähe und zahlen jeder gerne 30 € im "Hotel Norte y Londres". Den Nachmittag nutzen wir zur Besichtigung der einmaligen Kathedrale und der Altstadt. 
Morgen will ich wieder raus aus dem Trubel der Großstadt, und weiter auf meinem "Weg der Könige"
wie der "Jakobsweg" / "Camino" / "Sternenweg" / "Himmelspfad" ja auch genannt wird.
Nur ist er 1000 Jahre älter.
   

12. Tag   26.05.07
Nach dem Gebirge kommt die große Ebene . Diese Weite, diese Wolken, dieses Licht. 
Es ist die Etappe mit dem spirituellen Tiefgang. Tatsächlich kann man sich diesem Phänomen
bis nach "Hontanas" nicht entziehen.

Um 14:00 machen wir eine Einkehr in "Sanbol", einem Stützpunkt des Camino-Vereins. Wir erhalten eine Jakobsmuschel am Lederband. Nach 8 Std. und 31 km. erreichen wir um 15:00 die Herberge "El Punttido". Um 18:00 regnet es wieder.
         

13. Tag   27.05.07
Oh Spanien, wie bist Du kalt und windig.
Jetzt schon 348 km. zurückgelegt. Aber noch 465 km. bis "Santiago" und 565 km. bis ans "Ende der Welt".
Wir müssen weiter über das Plateau. Um 7:00 ist es neblig und kalt. Ein Sturm erwischt uns von vorn.
So sind wir froh unser Etappenziel "Boadilla del Camino", einem armseligen Ort mit Lehmhäusern kurz vor dem Einstürzen. Menschen sieht man nicht und die doch große Kirche ist mal wieder, verschlossen. 
Heute waren es, trotz Kälte und Wind, wieder 31 km. mit 6,5 Std. Gehzeit.

         

14. Tag   28.05.07
Eiskalter Wind, schräg von vorn. Gefühlte Temperatur C und ich habe meine Handschuh nach den Pyrenäen entsorgt. Etliche Wanderer sind erkältet, haben Magenprobleme oder Schienenbeinschmerzen.
Wo bleibt Spaniens Sonne?

26 km. bei 6 Std. Gehzeit nur Getreidefelder, Brachlandschaft und 10 m neben der Strasse. 
Es ist eine langweilige Etappe.
Bei schönem Wetter soll man bis nach "Carrio de los Condes" gut meditieren können.
Übernachtet wird in einem "Nonnen-Klarissenkloster" für 36 € das Doppelzimmer.
Nonnen haben wir nicht gesehen und die Kirche war auch geschlossen. Am Abend erzählten uns Pilger, die
Kirche sei nur geöffnet während es im Ort das "Pilgermenü gibt. Menü um 19:00 - Pilgerandacht um 19:30.

Blumen sieht man trotzdem täglich, aber nur wenn man ein Auge dafür hat.
         
           

15. Tag   29.05.07
Als wir um 7:00 aufbrechen, blauer Himmel doch kalter Westwind. Wieder nicht zum Meditieren.
27 km. wieder nur Getreidefelder, Brachland und unebener mit runden Steinen schlecht gehbarem Weg.
Durch diese schlechten Wege habe ich mir eine Schienenbein-Reizung im rechten Bein bekommen.
Etliche Wanderer haben dieses schmerzhafte Problem. Sogar von Touraufgaben habe ich gehört.
Um 13:00, nach 6,00 Std. Gehzeit sind wir in der Herberge in "Terradillos de los Templaries". Der Ort, zu
sehen gibt es nichts, liegt immerhin noch 880 m hoch. Sehr arme Gegend, nur alte  Lehmziegelhäuser.
Kein Kontakt mit den wenigen, nur alten Leuten. Keine Kinder zu sehen. Doch die Herberge ist voll.
Wir feiern mit einer Flasche "Rioja-Wein" unser Bergfest".
Die Hälfte der Strecke von "Saint Juan Pied de Port" nach "Santiago de Compostela" ist gelaufen.


 

16. Tag   30.05.07
Laut Wanderführer gilt heute die Etappe als "Real Camino - Königlicher Weg". Also meine Etappe. Da ich ich kein Pilger im Sinne der christlichen Sichtweise bin, sondern Globetrotter, gehe ich ja den
"Weg der Könige". Er ist über 1000 Jahre älter als der "Jakobsweg". Der wird ja auch noch
"Camino de Santiago", "Camino de France", "Sternenweg" und "Himmelspfad" genannt wird.

Leider wird die "Königliche Etappe" ein Flop. Nur langweilige Kornfelder, Strasse sowie in Sicht und Geräuschweite der Autobahn. Die Gegend liegt immer noch 880 m hoch, wieder kalt und Südwest-Wind.
Es ist unsere bisher längste Etappe mit 38 km. Von 7:00 bis 15:30, also 8,5 Std. Gehzeit bis nach
"El Burgo Ranero". Die angeblich schönste Herberge des Weges, Lehmbauweise- 3 Jahre alt, ist voll.
Wir Übernachten im Hostel gegenüber.
   

17. Tag   31.05.07
Habe mir einen Stützstrumpf und Salbe für meine Schienenbeinreizung gekauft. Hoffentlich sind die Schmerzen bis zur Gebirgskette abgeklungen. Es tut doch arg weh.
Von 7:00 bis 14:00, 30 km. lang, wieder nur Regen, kalter Seitenwind, öde Felder, riesige Industriegebiete und arme, kleine Ortschaften. Nach 7:00 Std. Gehzeit finden wir in  der Nähe der Kathedrale
von "Leon" ein preiswertes Hotel.
Heute haben wir unsere super Regenkleidung richtig schätzen gelernt. Eine Pilgerin hatte ihre Regenhose zu Hause vergessen. Dafür hat sie, nach ihrer Aussage, 3 Bücher und 3 Steine im Rucksack.
Ihr lief das Regenwasser in die leichten Trekkingschuhe. Nach 19 km musste sie eine Herberge aufsuchen.
Bei der Besichtigung der großen Kathedrale und der Altstadt war er zum Glück trocken
     
   

18. Tag   1.06.07
Es regnet mal nicht und es ist auch mal kein Wind.
Wegen meiner Schienenbein-Schmerzen gehen wir nur bis zu "Pepe" in "Villar de Marazife". 24 km. in 5:00 Std.
Die Landschaft war heute interessant, man glaubte in der "Lüneburger Heide" zu sein. Gegangen sind wir bei 8° C. Jetzt sitzen wir um 15:00 im Innenhof bei cirka 25°C., haben unsere Kleidung gewaschen und man kann zusehen wie sie trocknet.

19. Tag   2.06.07
Ab heute haben wir eine 2 (299 km) vor der Reststrecke nach "Santiago".
Es war die schönste Etappe bis hierher. Den ganzen Tag Sonne und kein Wind.
Unterschiedliche Landschaften und Feldbestellungen, belebte Orte und endlich mal Vieh auf den Weiden.
Wir kommen durch "Hospital de Orbigo" mit einer 19 bögigen Römerbrücke. Der Ort feiert gerade sein jährliches Ritterfest mit einem Trödelmarkt. Soviel Kräuterarten hab ich in meinem Leben noch nie gesehen. 
Im Ort "Santibanez de Valdeiglesias" ist ein Feiertag mit Prozession in die wunderschöne Kirche. Die Strasse ist gelegt mit Margaritten, Dill und anderem Grün der Feldfrüchte. Es duftet herrlich frisch - noch nie sah ich vergleichbares.
Die Landschaft, 850 m hoch, wird immer hügeliger. Die richtigen Berge sehen wir schon klar vor uns.
Um 15:00, nach 7:45 Gehzeit und 35 km. erreichen wir "Astorga". Die Stadt ist voll Touristen und Pilgern.
Wir besichtigen den großen Dom und das beeidruckende Bischofspalast - Museum von "Antonio Gaudi"
Es sind zwei völlig andere Baustile und im Museum sind viele gesammelte Schätze.

20. Tag   3.06.07
Es ist sonnig - nah super. Heute wo wir 27 km. nur aufwärts gehen, dürfte es bedeckt sein.
Es gibt aber keinen Schatten auf dem Tramperpfad neben einer gesperrten Berg-Teerstrasse auf der den ganzen Tag ein Autorennen stattfindet. Also Autolärm und Gestank von "Astorga" bis zum Etappenziel in "Foncebadon".
Trotz mühsamen Steigen mit Autolärm ist es eine der schönen Etappen. So lieben wir den "Jakobsweg"
Unsere Herberge ( Bioverarbeitung/Familienbetrieb )"Monte Iraco" erreichen wir nach 6:30 Gehzeit, liegt 1420 m hoch. 
Man sollte nicht vergessen das urige Lokal, 50 m vor der Herberge, geschmückt mit tausenden Geldstücken, zu besuchen. Man kann bestens dort Essen. Der Wirt ist Kunsttischler, die Wirtin spricht deutsch.

21. Tag  4.06.07
Um 7:30 beginnt der Aufstieg zum höchsten Punkt des Jakobsweges. In der Morgenkühle ist er gar nicht so beschwerlich.
Dort steht das "Cruz de Ferro", das "Eiserne Kreuz" in 1504 m . An diesem Kreuz legen die Pilger aus Dankbarkeit, es bis hier her geschafft zu haben, ein Erinnerungsstück ab. Der Abstieg entpuppt sich als unangenehm lang und geröllreich.
Es ist wieder so eine Traumetappe mit Sonnenschein und toller Landschaft. 6:30 Std. Gehzeit, 28 km. bis "Ponferrada".
Meine Schienenbeinreizung geht auch zurück und die Blasen an den Füssen sind abgeheilt.
Wir übernachten in der schönen, christlichen Herberge : "San Nicolas de Flüe". Sie wurde vor einigen Jahren von einem wohlhabenden Schweizer gestiftet. Der Ort Ponferrada hat eine schöne Kirche, eine Altstadt und eine Burg. Fotografieren ? Unmöglich - alles verhangen und eingerüstet. Essen gehen ? kein Pilgermenü gefunden, also im "Supermarket" was holen.

22. Tag   5.06.07
Jetzt erleben wir das sonnige Spanien. Auch wenn es bergauf geht, geht es mit den Kilometern bergab.
Schöne alte Dörfer, wechselnde Landschaften, viel Weinberge und Sicht auf hohe Gebirgsketten.
Der Weg, leider auch viel neben und auf Strassen, 31 km. und 7,5 Std. lang, bergauf und bergab bis nach "Pereye".
Wir sind "Guten Mutes", es sind nur noch 172 km bis "Santiago".
 

23. Tag   6.06.07
Um 7:30 Aufbruch zu der, meiner Meinung nach, schwersten Etappe. Lange, lange Anstiege. Schmal und felsig wie im Hochgebirge der Alpen. Und heute ist die Sonne unbarmherzig heiß. Gefühlte Temperatur ist 38° C.
Auf der Passhöhe 1250m. stehen reihenweise die Busse mit Tagespilgern - frisch und ausgeruht. Ist das Pilgern ???
Ich bin so schlapp, das ich eine Pause richtig nötig habe. Manfred schüttelt alles ab. Er ist super fit.
Nach schweren 29 km. und 7 Std. sind wir um 15:00 in "Hospital", immer noch 1150 m hoch.
Das Erfrischungsbier hat selten so gut gemundet.
             

24. Tag   7.06.07
Wir sind in "Sarria" durstig, angekommen. Es war der bisher heißeste Tag. Temperatur ??? nicht mehr taxierbar. 
Für die 33 km. und 8 Std. Gehzeit habe ich mehr als 3 Ltr. Getränke benötigt. 
Bis zum Abendessen waren es noch einmal 2 Ltr.
Übernachtet haben wir in der schönen, modernen und bestens geführten Herberge "O durminento"
Sie liegt links, etwas nach der Kirche, direkt am super markierten Weg. 
Die meisten Herbergen liegen am Weg. Sonst ist ein Wegweiser oder es steht auf der Strasse.

Am Abend geht Manfred mit mir zur Pilgermesse in die schöne große und endlich mal, schlichte Kirche.
Laut Herbergsmutter sind es nach "Santiago de Compostela" nur noch 111 km.
           

25. Tag   8.06.07
Heute wollen wir weniger Kilometergehen um der Mittagshitze zu entgehen.
Schon um 7 Uhr ist es schwül und es wird immer heißer.
An jedem Haus sehen wir jetzt gallicische Maisspeicher. Auf spanisch heißen sie  "Horreo".
Alle Wanderer sind heute freudig gestimmt. Es kommt der 100 km. Wegstein. 
Natürlich entsteht Gedränge und Wiedersehens-Hallo beim schießen von Fotos aus allen Lagen, mit und ohne Partner.
Trotz der unbarmherzigen Sonne halten wir bis 15:00 durch. In 8 Std. gehen wir 29 km. bis "Gonzar"
Wir sind heute sicher bis an die Grenze unser Kondition gegangen. Zum Glück ist der Weg nicht langweilig.
Alle Mitwanderer sind jetzt sicher , das Ziel, "Santiago de Compostela" zu erreichen.

26. Tag   9.06.07
24 Km in 7 Std. haben wir gemütlich gemacht. Erst am Morgen Nebel, den die Sonne dann aufgelöst hat.
Wo sind nur all die Pilger geblieben ? Wir sind heute nicht mehr als 10-20 Pilgern begegnet ? 
In "Goto", kurz vor "Leboreiro" nehmen wir ein Doppelzimmer für 36 € im Hotel "Die zwei Deutsch".
Eine Herberge gibt es in "Goto" nicht. Trotz der vielbefahren Hauptstrasse haben wir ein ruhiges Zimmer.
Ab 16:00 haben wir ein schweres Gewitter mit viel, viel Regen. Wir haben es wohl geahnt ?
Jetzt ankommende Wanderer und Radfahrer sind nass bis auf die Haut.

27. Tag   10.06.07
Nur noch 58 km. nach "Santiago". Jetzt müssen wir planen. Wenn wir bis "Arzua" gehen, sind es 21 km.. Das ist uns etwas wenig und wir wären ein Tag später in "Santiago". Es gibt aber erst 14 km. weiter eine Unterkunft.
Das Glück ist uns hold. Im Touristbüro in "Arzua" ruft man für uns in "Brea" im Hotel an und lässt reservieren.
So haben wir und lassen uns Zeit. Nach 8 Std. und 35 km. erreichen wir den Ort mit dem dem kleinen Hotel.
Gutes Wanderwetter - mit einem kleinen Schauer - aber leicht war die Etappe nicht. Es geht ständig bergauf und bergab. 
Jeder Bach hat in dieser Gegend tiefe Täler geschaffen.
           

28. Tag   11.06.07
Nur noch 24 km. bis zu Kathedrale von "Santiago de Compostela".
Um 12:00 sind wir am Grenzstein von "Santiago de Compostela".
Gegen 13:00 erreichen wir den "Monte de Gozo".
Ein Teil der Stadt liegt unter uns.
Eine große schwarze Wolke liegt über der Stadt. Werden wir so von dieser Stadt empfangen ?
Wir spüren ein Unbehagen. Doch als wir um 14:00 die Kathedrale erreichen, scheint die Sonne.
In einer kleinen Pension, direkt an der Kathedrale, kommen wir unter.
Erstmals besuchen wir die Kathedrale und holen uns die wohlverdiente Pilgerurkunde ab.

Wir können nach 800 km. ja einen Pilgerausweis voll Stempel vorweisen. 
Einige Mitwanderer begrüßen uns und gratulieren zum Erfolg über diese lange und schwere Wander / Pilger-Tour.

Mit dem Stadtbus fahren wir zum Buscenter. Dort nehmen wir den Flughafenbus um uns am Flughafen einen Rückflugtermin zu sichern. Bei "Ryanair" erhalten wir einen Flug nach Frankfurt-Hahn für den 16.06.07.
Wir brauchen ja noch ein paar Tage --- wir wollen ja noch weiter bis ans "Ende der Welt", nach Finisterre.

Am Abend gehen wir noch einmal in die Kathedrale, bummeln uns Essen in der Altstadt.
Der große Pilgertreff ist am Abend auf dem großen Platz vor der hell beleuchteten Kathedrale. 
Dieser Platz wird umgeben von alten schönen Gebäuden.
Ich glaube, dies ist der schönste, nicht größte, Platz den ich je auf dieser Welt gesehen habe. Und ich habe doch 
schon einige berühmte Plätze  gesehen.

Für mich ist die beleuchtete, von weißen Möwen und Tauben umpflogene, Kathedrale der schönste Anblick.
Viele, viele Pilger sind sind um 22:00 auf dem Platz. Hier singen einige, dort spielt einer Dudelsack,
einige tanzen und es gehen Hallos hin und her. Gesprochen wird mit Händen und Füssen.

Man hat eigenartige Empfindungen, wenn man nach nur 28 Geh-Tagen an diesem, für mich nur Zwischen-Ziel ankommt.
Doch ich will ja weiter. Ich bin ja auf dem "Weg der Könige". Und der endet erst am "Kap Finisterre"
Manfred wird mich auch die letzten 100 km. begleiten. Morgen geht es weiter.
In 4 Tagen werden wir noch einmal nach Santiago zurückkehren. Ohne Pilgermesse möchten wir nicht heimkehren.
 
 

29. Tag    1. Tag nach Santiago 12.06.07
Wir wollen wissen ob die Erde eine Scheibe ist. Also sehen wir nach.
Zwar sind es heute nur 24 km.. Doch die haben es in sich. Zwei lange Steigungen sind, bei überwiegend Asphaltstrasse, bis nach "Negreira" zu bewältigen. Es werden 6 Std. Gehzeit. In der einzigen Herberge treffen wir die Langstrecken Geher.
Leider, leider sieht man viele abgebrannte Land und Waldflächen. Überall werden Eukalyptuswälder abgeholzt.
 

30. Tag     2. Tag nach Santiago 13.06.07
Wir müssen, anders geht es nicht, nach "Olveiroa".
Es wird schlimm, nein noch schlimmer geht's nimmer.

35 km. langweilige Schotter und Asphaltstrasse. Dazu Regen und Sturm. Wir hatten Mühe nicht von der Strasse geweht zu werden. Zu allem Übel sind wir um 14:30, nach 7,5 Std. bei der einzigen Herberge in "Olveiroa", die jedoch erst um 16:00 öffnet. Wir frieren erbärmlich in der Wartezeit mit etlichen anderen Wanderern. Ab 17:30 tobt ein Regensturm in Orkanstärke durch den Ort. Aufkommender Nebel macht die schmalen Gassen mit einstöckigen Natursteinhäusern zur Geisterstadt. Am Rande der Häuser verläuft ein etwa 200 höher liegender Bergrücken. Darauf stehen  und hört man die etwa 100 Windflügel. Morgen in der Früh, nach dem Aufstieg, vorbei an den Krachmachern, werden wir durchgeschwitzt sein.

31. Tag     3. Tag nach Santiago 14.06.07
Heute werden wir das "Ende der "Welt", das "Kap Finisterre" sehen. Hoffentlich fallen wir nicht von der Scheibe.
Nach 8 Std. und 36 km. sehen wir den Leuchtturm vom "Kap Finisterre".
Die antike keltische Wanderung führt zu diesem Punkt, wo die Sonne jeden Abend stirbt, um am nächsten Morgen 
im Orient wiedergeboren zu werden. Der tiefe Sinn vom Weg ist zu sterben, um wiedergeboren zu werden.

Nach Einzug ins "Hotel Mariquito" sehen wir vom Balkon auf den Hafen. Aber das ist nur im 4ten Stock möglich-immer danach fragen, man spricht deutsch. Auf unserem Balkon zieht ein großes Möwenpaar ein Küken groß.
Um 17:30 holen wir uns unsere Urkunde ab. Sie wird in der Herberge ausgestellt und besagt, daß wir nachgewiesen haben, daß wir "zu Fuss" von "Santiago de Compostela" bis ans "Ende der Welt" gelaufen sind.
Ab 18:00 gehen wir noch die letzten 4 km. bis zum  "Kap" wo der Leuchtturm steht. 
Damit ist unser gewolltes Ziel tatsächlich erreicht. 
Wir sind 900 km. in 31 Tagen mit 13 kg. Rucksack gelaufen.
Ich werfe meinen von zu Hause mitgenommenen Stein in hohem Bogen in den Atlantik. 
Wir versuchen, nach alter Tradition, unsere Socken zu verbrennen. Es herrscht zu viel Wind.
Ich sammele am Strand noch eine Plastiktüte voll "Orginal-Finisterre-Sand" für meine Sandsammlung.
Nach Rückkehr ins Hotel waren wir heute 10 Std. und 44 km. auf den Beinen.
     
     
Wir sind am Ziel unserer 900 km. langen, strapaziösen Wanderung. Da kommt Wehmut auf und Freude.

32. Tag     Rückkehr nach  Santiago   15.06.07
Nun wollen wir einen weiteren Höhepunkt unserer langen Wanderung, die Pilgermesse in Santiago.
Mit dem Überlandbus, um 7:50 vom Hafen, fahren wir von Finisterre zurück nach Santiago. Fahrzeit 2 Std., also pünktlich zur "Pilgermesse" um 12:00 in der Kathedrale. Diese große, dreischiffige Kirche füllt sich schnell bis auf den letzten Stehplatz mit Pilgern. Auch für mich ist diese Messe doch beeindruckend.
Nach der Messe werden wieder etliche Bekannte begrüßt, Adressen und Fotos ausgetauscht.
Am Nachmittag sehen wir uns das "Kathedral - Museum" mit seinen Schätzen an. Abends wird in der Altstadt gebummelt, sehen und gesehen werden. Zu Abend werden "Tapas" und "Papas Arugadas" genossen.




Rückreisetag      16.06.07
Wir nehmen Abschied mit Wehmut und Vorfreude aufs Heimkommen.
Um 7:30 bringt uns eine Taxe für 16 € aus dem Hotel zum Flughafen.
Einschecken und Flug mit "Ryanair" nach Frankfurt-Hahn ist schon Routine.  Ein Flughafenbus bringt uns in 2,5 Std. 
und für 15 € zum Kölner Hauptbahnhof. Nach nur 15 Minuten Wartezeit geht ein Zug, 
für 64 €, über Dortmund, Münster, Bremen nach Delmenhorst. 

Um 19:30 werden wir von unseren Frauen am Bahnhof empfangen.

Nach
34 erlebnisreichen und manchmal beschwerlichen Tagen sind wir heimgekehrt. 

Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.
Ich bin den
"Weg der Könige" gegangen.
über den "Jakobsweg" bis ans "Ende der Welt". 
Nicht als Pilger, sondern als Globetrotter.

Mein besonderer Dank,
gilt meinem Begleiter 

"Manfred Dornia".

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