"Grande  Traverse'e  des  Alpes"
Wieder 12 Tage auf dem GR5 + GR52A, den transnationalen Fernwanderwegen in Frankreich.
Das dritte Jahr, diesmal bis zum Fernweg-Ende am Mittelmeer.

"St. Etienne de Tinee" nach "Menton"
Hochgebirgstour des Alpenvereins, Sektion Bremen, unter Führung von: Peter Pank

......... und der Weg endet am Strand des Mittelmeeres mit einem ausgiebigen Bad.
Kurz nach St. Etienne betreten wir den vielleicht bekanntesten Nationalpark Frankreich, den "Parc national du Mercantour"
Die Luft und das Licht sind schon Meridian, die Temperaturen sind südländisch.
Bis kurz vor dem Ziel werden wir immer wieder die gewaltigen Berge des Nationalparks durchwandern,
alleine 7 Gipfel sind noch über 3000 m.
Um dieses Panorama ausführlich genießen zu können, gehen wir ab Saint Dalmas über die östliche Route GR52,
fast die gesamte Länge
durch den "Parc National Mercantour" bis zum Strand in "Menton".
Abschluss dieses fantastischen Weges ist ein langes Bad im Mittelmeer.


Samstag: Tag 1
Anreise per Lufthansa Flugzeug: Bremen-Frankfurt-Nizza und per Linienbus zum Startort "Auron".
Leider ist mein Rucksack nicht in Nizza angekommen.
Lufthansa: In Bremen zu spät abgeflogen-in Frankfurt zu spät angekommen-
in Frankfurt zu spät gestartet und in Nizza zu spät angekommen.
Das ist Lufthansa-Service. Niemand weiß wo mein Rucksack ist.
So musste ich mir in Nizza eine "Not-Bergausrüstung" auf die Schnelle kaufen.
Sonst wäre der letzte Bus nach "Auron" nicht erreichbar und die Tour für mich futsch gewesen.

Hier muss ich "DANKE" meinen Bergkameraden sagen, für ihre Hilfe.
Ich habe nur einen Rucksack + leichte Bergschuhe + eine Regenjacke + Unterwäsche + Kopfbedeckung
 + Sonnencreme + Handtuch + Stöcke + und eine ordentliche Wut auf die Lufthansa.
Habe keinen Regenbezug
+ Hüttenschlafsack + Medizin + Wechselwäsche + usw.

   
  

Sonntag: Tag 2
Wir starten schon um 7:00  in "Auron 1600m.", einem Skiort hoch in den Bergen bei heißem Wetter.
Ich bekomme im Ort, zu meinem Glück, noch eine Kopfbedeckung. Leider zu groß, aber ist ja auch nur Notausrüstung.
Ich bin unglaublich sauer auf die Lufthansa.
Wir müssen 1000m. schwitzend aufsteigen bis zum "Col du Blainon 2014m." über den "Le Collet 1885m.,
vorbei an der alten Kapelle "S' Sebastian 1795m." und am "Vallon la Lugiere 1499m".
Auch das absteigen bis nach "Roya 1400m." ist am ersten Tag mühsam.

Übernachtet haben wir, nach 17 km., im "Cite De Roya".
Am Abend haben wir ein Gewitter, mit ordentlichem krachendem Hall durch die Berge und mit viel Regen.




Montag: Tag 3
Wieder brechen wir früh auf, um der schwülen Hitze zuvor zu kommen.
Es werden 8 Std. Gehzeit und schwere lange 22 km.
Wir schreiben Emails an die Lufthansa. Keiner weiss wo mein Rucksack ist.
Lange begleitet uns der Fluss Roya beim langen, langen Anstieg zur Scharte des "Col de Crousette 2480m.
Am "Col des Moulines 1981m." haben wir einen steilen Serpentinen-Abstieg. Hier beginnt der "Parc National Mercantour"
durch den wir lange gehen werden. Vor dem rechtsseitigen Ort Vignols müssen wir einen sehr steilen, treppenartigen
Bergrücken übersteigen um in ein langes Tal, mit reichlichem Kuh bestand, zu unserer Almherberge
"Refuge de Longon 1890m." zu gelangen. Auch diese Herberge ist voll Ausgebucht. Es gibt gutes und reichliches
Essen, mit einer super Wirtin, die mir einen unbedingt nötigen Hüttenschlafsack verkauft.






Dienstag: Tag 4
Wieder gehen wir um 7 Uhr wegen der zu erwarteten und eingetretenen gefühlten 35°C. los.
Wir schwitzen und trinken
was wir kriegen können.
Zwar haben wir Heute nur 5 Std - immer in der Sonne - Gehzeit, 100m. ? Anstieg, aber 1500m. Abstieg.

Es beginnt mit dem Treffen der Muli-Verpflegungs-Kolonne an einem schmalen Steilstück und erkennen
die harte Tätigkeit des schon älteren Mannes, der für unser Essen am gestrigen Abend gesorgt hat.
Dafür war die Übernachtung und Speise noch preisgünstig.

Von 1890m. geht es abwärts, durch den Ort "Roure 1152m. und in Serpentinen abwärts bis zum Quartier
 "Relais a Auron" in "St. Sauveur sur Tinee" auf 432 m.
Es ist ein kleiner Ort mit 337 Einwohnern, mit verbleichendem Glanz alter Zeiten, aber einem
kleinen Supermarkt und einem Bäcker.
Peter verfasst ein langes Mail an die Lufthansa. Rückmeldung ist eine Bearbeitungsnummer,
aber kein Hinweis wo der Rucksack nun ist.




Mittwoch: Tag 5
Ab Heute geht der GR5 und der GR52A gemeinsam bis "Saint Dalmas".
Wir werden weiter auf dem GR52A bleiben. Es ist gebirgiger, markanter und geht länger durch den Nationalpark.
Wir beginnen mit einem langen Aufstieg bis "Ramlas" und weiter aufwärts bis "La Roche 1000m."
Hier verlassen wir den GR5 und gehen auf GR52A weiter.
Nach 5 Std. Gehzeit, gefühlte 35°C, von 432m. auf 1290m. erreichen wir "Saint Dalmas".
Kaum erreichen wir unser Quartier "Gite d'etape les Marmottes" geht ein heftiges Gewitter los.
Wir beschließen, das Thema "Lufthansa und von ihr verschlurtem Rucksack" bis zur Heimkehr zu beenden.



Donnerstag: Tag 6
Wieder gehen wir um 7 Uhr los und beginnen sofort mit einem langen, langen Aufstieg auf dem GR52.
Durchgeschwitzt übersteigen wir den "Col de Veillos 2194m." und den "Col du Barn 2451m."
Auf diesen Höhen sehen wir ständig Adler und Geier kreisen und hören auch die Murmeltiere pfeifen.
Es geht durch das lange "Vallon du Barn" bis über die Scharte "Col de Salese 2031m." und durch das sich lang hin
ziehende "Vallon de Salese". Müde, doch vor einem Gewitter weg rennend, erreichen wir "Le Boreon"
Das waren Heute harte 22 km. und 9 Std. reine Gehzeit. Dabei waren noch 1450m  an Höhe und 1250m. Abstieg zu meistern.
Kaum sind wir in der vollen Herberge, prasseln unglaubliche Wassermassen nieder. Wir haben Glück gehabt.



Freitag: Tag 7
Auch Heute wieder heißes Hochsommerwetter und sind 6 Std. unterwegs, müssen 13 km. zurücklegen,
1000m. hoch steigen und 500m. auch wieder runter in meist schwierigem Gelände.
Vor dem See "Lac de Trecolpas" sind wir schon 2187m. hoch und am Pass "Pas des Lares" sind es 2432m.
Nun geht es sacht - aber nicht leicht - abwärts bis zur Herberge "La Madone de Fenestre" die aber auch
noch 2000m. hoch liegt. Neben der großen, aber auch wieder vollen Herberge ist ein geschlossenes Hotel
und eine schöne alte Kirche mit einer weit bekannten Madonna. Heute ist Freitag und ein Pastor ist extra
hochgekommen um gegen 18 Uhr einen Gottesdienst für die GR52-Wanderer zu halten.




Samstag: Tag 8
Und wieder heiß, sehr heiß und sehr hoch. Heute haben wir nur Felsenpfade und rutschige Schneefelder.
Am "Pas Colomb" sind wir 2548m. hoch. Hier haben wir eine super Sicht über den Nationalpark mit seinen
vielen Gipfeln über 3000m.
Ab hier geht es über Felsenpassagen zum Pass "Las Bamme" der auch noch 2153 m.
hoch ist. Die Route bleibt felsig, auch am "Lac de la Fous", den wir halb umrunden bis zur höher liegenden
"Refuge de Nice ou Victor de Cessele". Wir waren 5 Std Unterwegs, haben 11 km. Wegstrecke, sind 700m.
gestiegen und 350m. abgestiegen. Hier sind Steinböcke, Adler und Murmeltiere ständig zu enddecken.
Am Abend gibt es wieder ein regenreiches Wärmegewitter.





Sonntag: Tag 9
Wir werden uns Heute, 5 Std. und 12 km. nur im Fels bewegen. Dabei noch 700m. steigen und 800m. absteigen.
Um 7 Uhr brütet schon die Sonne, es gibt keinen Schatten und haben wieder über 30°C..
Es war sicher der schönste Tag im absoluten Hochgebirge des "National Parc du Mercantour".
Aufsteigend, an mehren Seen vorbei, übersteigen wir die Passhöhe "Baisse du Basto 2692m.".
Die nächste Scharte ist die "Baisse de Valmasque 2552m." hoch. Nach einem steilen, serpentinen Abstieg
kommen wir ins schon seit tausenden Jahren bekannte "Valle des Merveilles". Hier gibt es eine reglementierte
Zone ( Stöcke dürfen nicht benutzt werden ) mit zahlreichen Felszeichnungen bis vor unserer Herberge
"Refuge des Merveilles". Geführte Besichtigungen ab Hütte jederzeit.
Wieder ist unsere Herberge übervoll. Die Organisation ist freundlich und perfekt. Das Essen war super.
An keinem Tag haben wir so viel Steinbock Rudel gesehen. Die dichtesten standen 3 m. vor mir auf dem Weg.







Montag: Tag 10
Wir haben das Sonnenwetter gepachtet.
Abmarsch daher wieder um 7 Uhr. .Aufwärts, vorbei an kleinen Stauseen, nur Felspfade, vorbei am "Pas du Diable",
über den "Baisse Cavaline" und den "Col de Raus 1999 m.", queren das Gebiet "Crete de I'Ortigair" und "Pointe
des Trois Commers 2059m.". Danach folgen wir mehreren Bergrücken und gehen teils auf der Straße zum Quartier
"Baisse de Camp d' Argent" welches noch 1740 m. hoch in einem Skigebiet liegt. Auf dem heutigen Weg
begleiteten uns viele Kriegs-Betonbau-Ruinen mit altem verrostetem Kriegsgerät.
Unterwegs waren wir 6 Std., sind 14 km. gelaufen, 600 m. aufgestiegen und 1000 m. abgestiegen.



Dienstag: Tag 11
Es wird von Tag zu Tag heißer und werden 8 Std und 22 km. brauchen, um 550 m. auf und 1900 m. abzusteigen.
Nach dem Start um 7 Uhr geht es länger und aufwärts durch ein Waldgebiet. Oft sehen wir wieder Kriegsbauruinen
und Schrottgeräte. Aufwärts, immer aufwärts bis "Baisse de la Dea 1750m." und "Cime de la Gonella 1830m."
Nun geht es, immer in der Sonne, nur noch abwärts in unzähligen ( geschätzt über 50 Stück ) Serpentinen bis nach
"Sospel 260m." Wir trinken, trinken und sind ziemlich erschöpft am Quartier "Auberge Provencale", das leider
auch noch hoch über der Stadt und gegenüber liegt. Es war sicher der heißeste und schwerste Tag
der bisherigen Tour. Der einzige Lohn: Ein gutes Essen, ein kühles Bier und eine Eisportion.





 

Mittwoch: Tag 12

Wegen der augenblicklichen Hitzewelle beschließen wir gemeinsam: Wir fahren die letzte Etappe mit dem Bus
nach "Menton". Es wird ausgiebig gefrühstückt und der überfüllte, stickendheiße Bus bringt uns nach Menton.
Schnell finden wir unser Hotel "Hotel Club Vacanciel Menton L'Orangeraie".
Nach einem längeren Stadtbummel wird geruht und am Nachmittag brechen wir auf zu einem ausgiebigen Bad
im Mittelmeer. Am Abend wieder Stadtbummel mit Tourende-Essen.



Donnerstag: Tag 13
Heimreise: Per Linienbus über Monaco zum Airport Nizza, und per Flug über München nach Bremen.
       
Lufthansa Service: In Nizza verspätet abgeflogen - in München zu spät gelandet - in München zu spät gestartet - in Bremen zu spät gelandet.
Rücksprache am Bremer-Gepäck-Verlust-Büro: Wo ist mein Rucksack ???
Antwort der Bearbeiterin: Unser Computer sagt, der Fall sei abgeschlossen.
Na dann werde ich noch mal ein E-Mail an die Lufthansa schreiben müssen.
Die einzige Rückmeldung der Lufthansa war:  Eine 2te Bearbeitungs-Nummer.
Habe über meine Reiserechtschutz-Versicherung einen Reiserecht-Anwalt genommen.

 Blumen+ Pflanzen + Tiere am GR5 + GR52





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Nach 41 Tagen ist mein, von der Lufthansa verschlurter, Rucksack wieder bei mir.
Mal sehen ob die LH meine Notausrüstung (377 € ) und eine Entschädigung bezahlt.
Mein Reise-Rechtschutz-Anwalt versucht es auf jeden Fall.
Ich bedanke mich bei meinen Bergfreunden für die Begleitung
und die Hilfe + Umstände wegen dem Rucksack.

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Jeder der sich die Fähigkeit erhält, schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
Franz Kafka 1883-1924